Die Nelhiebel Elektrotechnik GmbH plant und realisiert Projekte in den Bereichen Gebäudetechnik und Gebäudeautomation, Industrieautomation und Veranstaltungstechnik. Im Jahr 2019 errichtete sie im Münchner Westen ein Büro für die Produktion von Schaltschränken mit einer Grundfläche von 2800m2. Aufgrund seiner hervorragenden Energieeffizienz wurde das Gebäude nach dem KfW-40-Standard zertifiziert.
Projektauftrag
Das gesamte Gebäude sollte gewerkeübergreifend mit modernsten Technologien und hochwertigsten Komponenten ausgestattet werden. Ziel war die Bedienung und Anzeige der gesamten Gebäudetechnik über die zentrale Gebäudeleittechnik (GLT), die über KNX gesteuert wird. Die GLT sollte über visuelle Bedienoberflächen in verschiedenen Varianten verfügen, darunter freie Visualisierung, Kachel- und Tastendisplays.
Das KNX-System sollte zudem die Steuerung und Anzeige aller Gewerke sowie Schnittstellen zu BACnet, DALI, Modbus, Zigbee und Multimedia bieten. Weitere Anforderungen an das System waren Gruppen und Berechtigungsstrukturen, dezentrale Tastsensoren und Touchpanels, Fehlermeldungen und Benachrichtigungen, Statusanzeigen und Protokollierung, eigens geschriebene Skripte für komplexe Funktionen und logische Verknüpfungen in der Programmiersprache Lua, Darstellung von Trends wie Wetterdaten, Energie, Luftqualität, Schaltzustände usw., Szenensteuerung, frei konfigurierbare Zeitschaltuhren, Raumtemperaturregelung und Energiemonitoring.
Die größte Herausforderung war die Generierung von Schnittstellen zu den verschiedenen HLK-Steuerungen. Die Protokolle und Schnittstellen konnten nur durch eine genaue Projektplanung und -abstimmung festgelegt werden.
Lösung
Unsere Lösung, alle Gewerke in einer GLT zu vereinen und visualisieren zu können sowie ein intelligentes Zusammenspiel moderner Gebäudetechnologien unter Verwendung von KNX Komponenten zu ermöglichen. Durch Schnittstellen zu Protokollen wie BACnet, DALI, Modbus, ZigBee etc. wurden alle Gewerke in die KNX Bustechnologie integriert. Damit wurde ein ganzheitliches Facility Management des Gebäudes über einen KNX Server möglich. Störmeldungen von Heizungs- und Lüftungs- und Klimaanlagen, Abwasserhebeanlagen, Brandmeldeanlagen, Beleuchtungssteuerungen, Brandschutzklappen und Zustandsanzeigen von Magnet-, Riegel- und Türkontakten werden visuell dargestellt, protokolliert und je nach Priorisierung an den Haustechniker weitergeleitet.
Mit KNX konnte die komplexe Gebäudetechnik und damit die systemgebundene Gebäudesteuerung zusammengeführt werden. Dies war der Hauptvorteil und ermöglichte eine leicht verständliche und benutzerfreundliche Visualisierung und Bedienung der gesamten Anlage mit KNX.
Installation
Die KNX-Linien wurden mit der strukturierten Gebäudeverkabelung KNX-TP installiert. Der Backbone wurde in KNX-IP realisiert. Die Verbindungen zu allen Steuergeräten wurden über ein IT-Netzwerk hergestellt. Alle KNX Komponenten wurden vor der Installation im ETS-Projekt angelegt, physikalisch adressiert und mit dem Applikationsprogramm programmiert. Die Planung, Programmierung und Inbetriebnahme des gesamten Projekts dauerte ca. 1500 Stunden.
Es dauerte eine Weile, bis die HLK-Anlagen reibungslos liefen, aber alle Störungen waren über die KNX-Visualisierung sichtbar. Der Facility Manager wurde automatisch benachrichtigt und konnte sofort reagieren.
Eine besondere Herausforderung waren die mobilen Trennwände, die im gesamten Besprechungs- und Loungebereich in verschiedene Positionen gefahren werden können, um unterschiedliche Raumgrößen zu realisieren. Aufwändige Programmierung und logische Verknüpfungen sorgten dafür, dass sich die Bedienelemente und die Visualisierung an die aktuelle Raumsituation anpassen. Bei der Umsetzung kam unter anderem die KNX-RF Technologie zum Einsatz.
Vorteile des Einsatzes von KNX
Der jüngste Zuwachs unseres Empfangsbereiches ist ein Showroom, in dem wir dank KNX das perfekte Zusammenspiel der vier Säulen eines Smart Homes, nämlich Sicherheit, Komfort, Unterhaltung und Energie, präsentieren können.
Durch den Einsatz von KNX konnte die komplexe Gebäudetechnik in einer zentralen Steuerung zusammengefasst werden, die es ermöglicht, alle Gewerke darzustellen und zu bedienen. Mit unserer Lösung erhält der Nutzer ein ganzheitliches Facility Management auf Basis einer leicht verständlichen und benutzerfreundlichen Visualisierungsoberfläche. Durch die KNX Technologie können auch schwierige Installationswege über Funkverbindungen überbrückt werden.
Dank der standardisierten Technologie ermöglicht KNX auch Updates und den problemlosen Austausch oder die Erneuerung von Geräten, so dass die Anlage immer auf dem neuesten Stand der Technik bleiben kann.
Eingesetzte Produkte und Technologien
KNX-TPKNX-IPKNX-RFDALIBACnetModbus RTUModbus TCPZigbeeKNX-Server - Merten/Schneider Electric Typ SpaceLYnk LSS100200Schneider Electric c/o MertenSchneider Electric IndustriesZennio Gira Albrecht JungBerkerCIATBusch - Jaeger BAB TechnologieTheben AGBrück Electronic GmbH (B.E.G.)
Projekt: JB7
Ein Projekt von: Nelhiebel Elektrotechnik GmbH
Kontakt: Felix Schneider